Es ist, wie es ist, ABER...

Es ist, wie es ist.

Ein einfacher Satz und ein großes ABER hinter diesem Satz, bei vielen Menschen.

  • ABER, warum werde ich nicht verstanden?
  • ABER, wieso werde ich nicht gehört?
  • ABER, wie kann es sein, dass sich mein Partner, meine Partnerin, mein Kind, meine Eltern, mein Kollege, meine Freundin, so verhalten?
  • ABER, wenn die Menschen erst mal vor ihrer eigenen Haustür kehren würden.
  • ABER, so habe ich das nicht gesagt und erst recht nicht gemeint.
  • ABER, ich wünsche es mir so anders.
  • ABER, weshalb fühle ich nicht, dass ich gut bin, wie ich bin?
  • ABER, wieso passiert mir das?

ABER, ABER, ABER,…

 

Wie häufig bleiben wir in Gesprächen, Situationen und Beziehungen hängen, weil das ABER uns hält?

Das ABER, oder vielleicht eher die Hoffnung, dass es nicht so ist, wie es eben ist.

 

Das es ist, wie es ist, kann schmerzen.

Es kann Trauer erwecken.

Ent-täuschungen, also das Ende von Täuschungen, werden sichtbar und fühlbar.

 

Und dann kommt der Tag, an dem keines der ABER, wirklich noch funktioniert. Zumindest nicht ernsthaft.

Dann kommt der Tag, an dem die Sicht klar ist. Kein Nebel mehr. Kein ABER.

 

Es ist, wie es ist.

 

Ich habe angenommen, dass Gedankenwelten zusammenbrechen und ich nicht mehr weiter weiß, wenn ich wirklich klar sehe, dass es ist, wie es ist. Diese Annahme hat sich auch in Teilen bestätigt. 

Doch es ist auch etwas anderes passiert: 

 

Ein Gefühl von Freiheit/Befreiung machte sich in mir breit.

Es ist, wie es ist, bedeutet ja auch, ich brauche nichts mehr tun, um ein ABER (in mir) aufrecht zu erhalten.

Keine Täuschung muss mehr lebendig gehalten werden.

Freiheit – im ganzen ICH sein zu können.

 

Auch mit dem ABER, dass dies nicht die Zustimmung von allen, auch nicht von mir lieben Menschen, trifft.

Es trifft auf meine Zustimmung und mit mir möchte ich es so gerne (m)ein Leben lang gut haben. 

 

Und noch eine Freiheit entsteht:.

Die, zu vertrauen, dass wenn Beziehungen wirklich tragfähig sind, dann sorgt die klare Sicht vielleicht für Chaos, doch letztlich vor allem für Frieden, Neugierde und Wertschätzung für die Freiheit. Die eigene und die der Anderen. Ein Vertrauen, dass Beziehungen Freiheit brauchen, damit sie sich in entfalten und ent-wickeln können. 

_______________________________________________________________________________

 

Immer wieder, wenn wir unterwegs sind, finde ich Kleinigkeiten, die in unserem Camper mit uns weiterreisen und uns erinnern.

 

Auf der dänischen Insel Møn in dem Ort Stege habe ich in einer Kirche eine kleine Gedankenpause mitgenommen:

Man har fra gammel tid brugt syv pilgrimsord:

Enkelhed, frihed, stilhed, langsomhed, bekymringsløshed, fællesskab og åndelighed.

Er der et af ordene, der siger dig noget særligt?

 

Die Gedankenpause heißt auf deutsch:

Seit den alten Zeiten hat man sieben Pilgerwörter gebraucht:

Einfachheit, Freiheit, Stille, Langsamkeit, Unbekümmertheit, Gemeinschaft und Spiritualität.

Sagt dir eines der Worte etwas ganz Besonderes?

 

Ich mag diese Wörter alle, doch es ist Freiheit, welches in mir immer wieder neue Facetten entfaltet und entwickelt.

Welches Wort berührt dich? Welches ist für dich Besonders und entfaltet sich in dir?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0